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Alt 13.03.2005, 15:08   #12 (permalink)
DogMan
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Zitat:
Zitat von Goodspeed
Das Internet ist (und war noch nie) ein rechtsfreier Raum.
Haben wir denn sonst irgendwo (oder hatten) rechtsfreie Räume?

Lieber Goodspeed - ich will dich nicht anmeiern, nicht dass du das irgendwie falsch verstehst, aber du hast hier eine Begründung abgeliefert, die sich Politiker ausgedacht haben, damit du genau das tust.

Oder anders: Stellen wir uns einmal vor, wir sitzen in einem Bus und sehen, wie ein Mann einen anderen beklaut. Ist dieser Bus jetzt ein rechtsfreier Raum, nur weil die Menschen, die in ihm sitzen keine Namensschilder umgehängt haben? Unsere Politiker wollen uns das aber einreden. "Weil der Bus kein rechtfreier Raum ist, müsst ihr ab sofort alle Namensschildchen tragen. Das müsst ihr verstehen." Sie sagen sogar: "Wenn er ein Schild getragen hätte, dann wüssten wir alle, wer das gewesen ist."

Aha.

Und was ist, wenn er ein falschen Namen benutzt? Womöglich benutzt er meinen und der dann den Behörden genannt wird. Ich saß zwar nicht im Bus, kann dann aber zusehen, wie ich aus dieser Sache wieder heil herauskomme.

So und nun tauschen wir das Wort Bus mit dem Wort Internet.

Mit diesen Formulierungen, versuchen Politiker, wie Shily ständig zu rechtfertigen, dass ihre Orwell'sche Politik unbedingt nötig sei.

Wenn das Internet "kein rechtsfreier Raum" ist, dann möchte ich zunächst auch gerne mal wissen, wieso dann der Großteil der Kommunikation aus unerwünschtem Spam besteht.

Fatal bei uns deutschen ist doch diese wirklich saudumme Idee, einfach solche Gesetze zu erlassen und dann kindlich anzunehmen, dass man damit schon von selbst die Gauner trifft.

Irrtum. Das fördert eher das Denunziantentum:
"Ha - ich habe einen entdeckt, der kein korrektes Impressum hat. Der muß doch Dreck am Stecken haben! Den melde ich."

Motto:
Ich verhafte einfach alle Unschuldigen, dann laufen die Schuldigen automatisch draußen noch frei herum.

Wer schützt mich eigentlich vor den Irren, die mich mit meinen, im Internet gemachten Daten, terrorisieren?

Mein Problem.

Das erinnert mich doch stark an einen Dachdecker aus Rüsselsheim, der das "Pech" hatte, irgendwie auf der Route des amerikanischen Präsidenten zu liegen, als der nach Mainz kam. Er "durfte" seine Baugerüste, die er um Kundenhäuser gebaut hatte, abreissen. Grund: Es könnten Scharfschützen darauf sitzen. Der Auf-Ab-Aufbau kostete den Dachdecker irgendwas zwischen zehn und zwanzigtausennd Euro.

Die Kosten? - Sein Problem.

Auf Nachfrage, sagte man ihm lapidar, dass er ja klagen könne, wenn er da anderer Ansicht wäre.

Frage: Ist die Route der Staatskarossen ein rechtsfreier Raum gewesen?

DogMan
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